Der Heimkehr gewiß

Band II der Serie: JUWELEN RELIGIÖSER DICHTUNG

Werner Bergengruen

mit einem Nachwort von Rudolf Grulich

Paperback
56 Seiten
ISBN 3 – 87336 – 027 – 6

 

9,80 

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Artikel Nr. ISBN: 3 - 87336 - 027 - 6 Kategorie

Die Sudetendeutsche Zeitung vom 13.05.2005

GEISTLICHE DICHTUNG

Eines der ersten schmalen Gedichtsbändchen, die 1945 nach dem Ende des Krieges in Deutschland gedruckt werden konnten, war Werner Bergengruens ” Dies Irae”. 1944 im Krieg entstanden und von Hand abgeschrieben und weitergegeben, gingen sie in ihrer Wirkung weit über das Literarische hinaus.

Ein damaliger Nachkriegsautor wie Heinrich Böll hat später betont, welche Bedeutung Bergengruen mit seinen Gedichten für die Möglichkeit geistigen Überlebens im Hitlerdeutschland und der Aufbruchsphase danach hatte. Nun hat der Gerhard Hess Verlag den Zyklus von 18 Gedichten mit Erläuterungen von Rudolf Grulich neu herausgegeben, dazu ein weiteres Bändchen “…. Der Heimkehr gewiß” mit einer Auswahl geistlicher Gedichte Bergengruens.

In den Jahrzehnten zwischen 1930 und 1970 waren Werner Bergengruens Werke “vielgelesene Bestseller, heute (sind sie) nur noch einer kleinen Zahl Literaturfreunden geläufig”. (Franz-Lothar Kroll). Der Autor wurde wie Reinhold Schneider, Edzard Schaper oder Gertrud von Le Fort “Opfer jenes geistig – politischen Umbruchs der 1960er Jahre, der seinen symbolischen Ausdruck in der studentischen Protestbewegung von 1968 gefunden hat, und als dessen Ergebnis – unter anderem – die Werke der genannten Schriftsteller von der Leseliste des Publikums verschwanden.” Selbst Germanistikstudenten kennen heute Bergengruens Namen nicht mehr.
Bergengruen galt nach 1968 als nicht mehr zeitgemäß, weil “seine von ungebrochener christlicher Heilsgewissheit getragene Überzeugung von der Richtigkeit der Welt” nicht mehr in eine Zeit zu passen schien, die gegen christliche Wertbezüge und konventionellen Erzählstil zu Feinde zog. Der Titel seiner Gedichtauswahl “Die heile Welt”, der das unerschütterliche Vertrauen des Dichters in Gottes Schöpfung ausdrückt, musste all jene erbosen, die Literatur nach ideologischen Motiven beurteilten. Die Pauschalkritik übersah dabei, dass gerade auch Bergengruen die Abgründe menschlicher Existenz, die Paradoxa des Weltgefüges und die Zerrissenheit und Schuldbeladenheit seiner Romanfiguren klar herausstellte, dabei aber auch Leid und Schuld immer im überpersonalen Ordnungsgefüge sah.
Grulichs Auswahl der geistlichen Gedichte ist persönlich, aber sie enthält die schönsten Gedichte des baltendeutschen Autors aus Riga. In seinem Nachwort schildert Grulich den Dichter als Ruhelosen und Pilger, der aber wusste, er werde geführt. Das Bändchen zeigt, wie Bergengruen Leid und Trauer, Schmerz und Trost kannte und deshalb von der Richtigkeit der Welt überzeugt war. 1944 ein Gedicht zu schreiben “Die heile Welt” zeugt ebenfalls von diesem Glauben wie “Die himmlische Rechenkunst” oder das Liebesgedicht “Zu Lehen”.
Selbst der Tod ist für Bergengruen kein Schrecken, wie es seine Novellensammlung “Der Tod von Reval” beweist.

Was aus Schmerzen kam,
war Vorübergang.
Und mein Ohr vernahm
Nichts als Lobgesang.

Dass auf Erden vieles verhüllt und verborgen ist, wusste der Dichter. Sein Leben “wars nicht minder und so bin ich der Heimkehr gewiß”.
Auch zu den 18 Gedichten des Zyklus “Dies irae” hat Grulich hilfreiche Erläuterungen geschrieben, in denen er aufzeigt, wie Bergengruen von den 17 Strophen der Sequenz “Dies irae” in der Totenmesse ausgeht. 17 Gedichte entstanden 1944, nur die Ode an die Völker der Welt” unmittelbar bei Kriegsende. Während in der lateinischen Dichtung “Dies irae” alle 17 Strophen dreizeilige Terzinen mit gleichem Reimschema sind, benutzt Bergengruen verschiedene Gedichtformen. Das Gedicht “Die letzte Epiphanie” wurde auch beim Eichmann – Prozess in Jerusalem verlesen. Es sind erschütternde Gedichte wie “An Dante” oder “Geheimnis des Abgrundes” . Mit vielen biblischen Bildern beschwört Bergengruen die apokalyptischen Zustände jener Zeit: “Wer will die Reinen von den Schuldigen scheiden?”. So sendet auch die Ode “An die Völker der Welt” 1945 mit dem Aufruf der gemeinsamen Metanoia.

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